Montag, 26. Oktober 2009

Ausstellung: Räume der Offshore-Welt. Die Potemkinschen Dörfer von heute

Die Fotoausstellung zu Steueroasen und Offshore-Zentren in Europa von Attac und Stadtblind ist unterwegs und wird in über 20 Städten in Deutschland und Österreich gezeigt. Mit der Ausstellung werden der Rhetorik der Steuerfluchtbranche Fotos von konkreten Orten entgegengesetzt.

Räume der Offshore-Welt sind keine idyllischen Inseln oder saubere Berglandschaften. Sie bestehen größtenteils aus Kulissen, etwa Briefkastenfirmen, ungenutzten Scheinimmobilien; aus privat abgeschirmten Räumen und verkommenen öffentlichen Anlagen. Zu sehen sind Fotoserien aus Irland, Jersey, Liechtenstein, Österreich, Luxemburg, London, Deutschland und der Schweiz. Außerdem werden Hintergründe vermittelt zur Offshore-Welt, Verteilungsfragen und zu Regulierungsoasen, den schwarzen Löchern im Finanzsystem.

Mehr zu den Exponaten und Terminen können Sie hier finden:
http://www.attac-netzwerk.de/ag-finanzmarkt-steuern/themen/steuern/steueroasen-ausstellung/exponate/

Ausstellungsorte und Termine:
www.attac-netzwerk.de/ag-finanzmarkt-steuern/themen/steuern/steueroasen-ausstellung/ausstellungsorte/

Zur Ausstellung ist außerdem ein Katalog mit folgendem Titel erschienen: "Räume der Offshore-Welt. Steueroasen und Offshore-Zentren in Europa."

Mit Fotoserien zu Steueroasen in Europa und Texten von ExpertInnen vom Tax Justice Network, Attac und ver.di.
Herausgerberinnen: Silke Ötsch und Celia Di Pauli.
Mit Beiträgen von: Christian Chavagneux / Richard Murphy / Ronen Palan, John Christensen, Klemens Himpele / Sybille Pirklbauer, Detlev von Larcher, Andreas Missbach, Silke Ötsch, Celia Di Pauli, ver.di Abteilung Wirtschaftspolitik.
Verlag: Attac Trägerverein -Frankfurt, September 2009 - 152 Seiten, Preis: 9,50 Euro - ISBN 978-3-9813214-0-1

Eine Leseprobe, das Inhaltsverzeichnis oder den ganzen Katalog bestellen können Sie hier (klicken!). Außerdem kann die Ausstellung auch an Interessierte verliehen werden. Bei Interesse bitte melden bei: info@attac.de.

Montag, 19. Oktober 2009

Präsentation des Schattenfinanzindex in Berlin

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit präsentiert weltweit am 2. November den neuen Schattenfinanzindex (Financial Secrecy Index). Er rückt 60 Länder und Gebiete ins Rampenlicht, die aufgrund von Geheimhaltungsregeln und laxer Finanzmarktüberwachung illegale Finanztransfers, aggressive Steuervermeidungspraktiken und Korruption begünstigen.

Der Index basiert auf quantitativen und qualitativen Länderinformationen, die in einer weltweit einmaligen Datenbank nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (www.secrecyjurisdictions.com). Sie bilden die Grundlage für die alternative Rangliste der Steuer- und Verdunkelungsoasen, die zeitgleich in verschieden Städten Europas und der USA präsentiert wird. Dies geschieht kurz vor dem nächsten G20-Finanzministertreffen am 7.-8. November in Schottland.

In Berlin präsentieren wir den Index und die Rangliste der Steueroasen mit einer Veranstaltung am 2. November, 11.00-13.00 Uhr.

Hier gibt es Einladung und Programm und das Anmeldeformular.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Die Bank als Gärtner (FTD)
Vier gute Gründe, warum es falsch ist, die Bundesbank mit der Finanzaufsicht zu betrauen.
An der Entscheidung der kommenden Regierung, der Bundesbank die Aufsicht über den gesamten Finanzsektor zuzuschanzen, ist so gut wie alles verkehrt.

Wie Spielbanken Schwarzgeld waschen (FTD)
Seit Jahren schlampen die Bundesländer im Kampf gegen Geldwäsche. Vor allem über die von ihnen überwachten Spielbanken gelangt leicht Schwarzgeld nach Deutschland. Nun droht Ärger: Aus Brüssel - und erstmals auch aus dem Berliner Finanzministerium.

Koalition plant radikale Steuerreform (FTD)
Die von der FDP versprochene milliardenschwere Steuerentlastung bleibt aus - aber immerhin hat sich die künftige Koalition auf ein Sofortprogramm geeinigt: Das derzeitige linear-progressive Steuersystem wird auf ein Stufenmodell umgestellt.

Energiesteuern sollen sinken (taz)
Wirtschafts- und Energiepolitiker der Union und FDP fordern niedrigere Abgaben. Energiesteuersätze sollen auf das Niveau von 1999 sinken.

Auf der Suche nach verborgenen Geldquellen (SZ)
Union und FDP haben den Bürgern Entlastung versprochen - also muss anderswo gespart werden. Nur wo?

Klage gegen LGT: Steuern hinterzogen - und die Bank soll büßen (SZ)
Hätte die LGT-Bank ihn rechtzeitig gewarnt, wäre er durch eine Selbstanzeige straffrei geblieben: Mit diesem Argument zieht ein deutscher Steuersünder vor Gericht.

Österreich: Vetternwirtschaft erschwert Bankenkontrolle (Handelsblatt)
Österreichs Banken und die Finanzaufsicht kommen nicht gut weg im neuesten Bericht von Transparency International. Die Organisation zur Bekämpfung von Korruption übt scharfe Kritik an der engen Verflechtung zwischen Politik und den Kreditinstituten in der Alpenrepublik.

Steuerersparnis: Familie Guttenberg geht stiften (SZ)
Das Schloss der Familie von Wirtschaftsminister Guttenberg gehört einer Familienstiftung mit Sitz in Österreich. Das ist steuerlich höchst attraktiv.

DIW-Chef zur Steuerpolitik: "Der Zug ist abgefahren" (SZ)
Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hält Steuererhöhungen für unausweichlich. Deutschland habe einfach nicht rechtzeitig gespart, so Klaus Zimmermann.

Die WTO können Reregulierung der Finanzmärkte verhindern (Democracy Now)
TJN-Kommentar: Diese Videonachricht ist leider nur auf Englisch anzusehen, aber in ihrer Aussage zu wichtig um unerwähnt zu bleiben. Aus dem englischen Untertitel (frei übersetzt): US-initiierte WTO-Regeln könnte die Überholung der globalen Finanzregulierung untergraben.

Berlusconi Vertrauensabstimmung über Steuerflucht-Amnestie (Vaterland)
Die Regierung Berlusconi hat in Italien die 25. Vertrauensabstimmung in 16 Monaten gewonnen. Dabei ging es um eine Erweiterung der Amnestie für Steuersünder, deren Geld zu einem Grossteil auch in der Schweiz liegt.

The Smoking Gun! (Rudolf Elmer's Roman)
Die Schweiz und die Cayman Islands als Handlanger des Finanzterrorismus
TJN-Kommentar: Der Schweizer Whistleblower Rudolf Elmer hat ein Buch unter gleichlautendem Titel veröffentlicht. Laut Webseite findet sich darin "eine Analyse der Systematik des grössten Raubzuges in der Geschichte der Menschheit unter dem Deckmantel der Souveränität von Rechtsstaaten. Dies ist am Beispiel des schweizerischen Bankhauses Julius Bär und anderen Finanzinsituten erklärt."

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Mapping the Faultlines: Datenbank zum Schattenfinanzsystem jetzt online!


Seit heute morgen ist die TJN-Website zu Steuer- und Verdunkelungsoasen online:


Die Website ist Teil eines seit 2008 laufenden, groß angelegten Forschungsprojekts ("Mappping the Faultlines") über die Mechanismen illegaler Finanzströme und liefert Daten zu 60 Steuer- und Verdunkelungsoasen in einer extensiven Datenbank sowie aufgearbeitet in Kurzportraits zu jeder Verdunkelungsoase (http://www.secrecyjurisdictions.com/jurisdictionreports/jr - leider nur auf Englisch). Auf der website finden sich daneben noch viele andere Forschungsberichte und Analysen - stöbern könnte sich lohnen!

Die Datenbank bildet auch die Grundlage für den qualitativen Teil des Financial Secrecy Index (oder Schattenfinanzindex, SFI), mit dem TJN eine Alternative zu bestehenden Erhebungsverfahren von Schattenfinanzplätzen (besonders aktuell: die OECD-Liste) vorstellen möchte. Der FSI wird am 2. November veröffentlicht.

TJN wird zur Veröffentlichung des SFI eine eigene Veranstaltung in Berlin ebenfalls am 2. November organisieren.
 
by Zählwerk GbR 2009-2013